Gütekriterien

Die Gütekriterien

 

Schon lange stellen sich Experten die Frage, ob es einen Weg geben kann, die Qualität von Logos zu messen. Doch was macht Qualität überhaupt aus?

 

Normalerweise bringt das Ende eines Corporate-Design-Prozesses eine lange Wartezeit mit sich, in der sich erst entscheidet, wie das Ergebnis monatelanger Arbeit in der Praxis ankommt. Diese Tatsache macht die Vorstellung eines verlässlichen Beurteilungsbogens gerade so reizvoll. Er könnte es Designern ermöglichen, verschiedene Logo-Entwürfe auf ihre Qualität zu prüfen und so dem Kunden die bestmöglichen Varianten zu präsentieren.

 

Die Gütekriterien eines Logos sind bei LogoStrator in generelle und individuelle Kriterien unterteilt. Zur Beurteilung der individuellen Kriterien müssen dem Anwender alle dafür relevanten Informationen zur jeweiligen Bezugsgröße, also dem Unternehmen/Produkt/usw. vorliegen.

 

Die Kriterien sind in dem Buch "Qualitätsgarantie für Logo-Design?" ausführlich beschrieben. Hier folgen jeweils kurze Definitionen, die bei der Anwendung von LogoStrator zu beachten sind.

 

 

Definition der Kriterien

 

Prägnanz bedeutet hier Reduktion auf das Wesentliche. Ein prägnantes Logo ist „knapp“, „treffend“ und enthält keine überflüssigen Details.

 

Ästhetik ist hier nicht durch subjektive Empfindungen definiert. In diesem Zusammenhang bedeutet Ästhetik, dass Schriften, Farben, Formen und Bilder innerhalb des Logos zueinanderpassen.

 

Der Aufmerksamkeitswert steht in engem Zusammenhang mit der Einzigartigkeit eines Logos. Ein Logo kann zum Beispiel durch auffällige Farben, Schriften oder Formen sowie deren Kombination eine „Signalwirkung“ haben. Aufmerksamkeit erzeugen kann ein Logo auch durch gewollt unästhetische Gestaltung oder untypische Merkmale.

Zeitlosigkeit bedeutet hier Langlebigkeit. Das Logo enthält keine besonders modischen Aspekte, wie auffällige Verläufe, Schatten oder grelle Farben.

Zeitgeist hingegen meint, dass ein Logo nicht veraltet ist und moderne (nicht modische!) Aspekte enthält. Jedes Logo muss von Zeit zu Zeit nachbearbeitet und „aufgefrischt“ werden, die grundlegende Idee sollte dabei aber erhalten bleiben.

Anwendbarkeit meint die Erfüllung der technischen Anforderungen. Das Logo funktioniert auf allen für die Bezugsgröße relevanten Medien. Dazu gehören im Einzelnen beispielsweise Kopier-/Faxbarkeit, Skalierbarkeit, Favicon-Tauglichkeit und Animierbarkeit.

 

Neutralität meint ein weitgehend assoziationsloses Zeichen, das zu einem lernbaren Symbol werden kann. Beispiele dafür sind das rote Rechteck der Deutschen Bahn oder die grün-weiße Raute der Stadt Leverkusen.

 

Repräsentation des Unternehmens bedeutet hier, dass ein direkter Bezug zum Unternehmen, Produkt, usw. (zur Bezugsgröße) besteht. Dafür werden Bilder verwendet, die ein Betrachter mit dem Unternehmen in Verbindung bringen kann. Das können Spiele mit dem Namen, der angebotenen Ware/Dienstleistung (Produktnähe), dem Firmenstandort oder auch der Zielgruppe sein. Auch Metaphern können die Geschichte einer Marke visuell umsetzen.

 

Einzigartigkeit meint, dass ein Zeichen nicht an bereits bestehende Logos erinnert und vor allem keine Ähnlichkeiten zu denen der Konkurrenz aufweist. Es muss sich in seinem direkten Umfeld, etwa in seiner Branche, abheben und hier einzigartig sein. Weltweite Einzigartigkeit ist heutzutage fast ausgeschlossen.

Verständlichkeit bedeutet, dass ein Betrachter das Logo leicht erkennen und zuordnen kann. Ein verständliches Logo darf keine Doppeldeutigkeiten oder zu komplexe, weit hergeholte Assoziationen enthalten (Bsp.: Gemüsehändler verwendet als Bildzeichen einen stilisierten Globus, der für die Herkunftsländer seiner Waren steht).

 

Zielgruppenorientierung meint, dass ein Logo berücksichtigen muss, wen es ansprechen will. Soll ein Logo mehrere Zielgruppen erreichen, liegt die Herausforderung darin, einen Kompromiss zu finden.

 

Informationswert bedeutet, dass der Betrachter sofort erfassen kann, wofür ein Logo steht. Dies kann bei nicht bereits gelernten Zeichen über die exakte Verbildlichung der Tätigkeit oder über einen textlichen Zusatz geschehen.

Werterepräsentation bedeutet, dass sich die wichtigsten Werte des Unternehmens im Logo widerspiegeln. Beispielsweise kann ein Logo Verlässlichkeit durch eine robuste Typografie, Umweltbewusstsein mithilfe der Farbe grün ausstrahlen.

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PROFIL

Felicitas Knapp hat an der Westfälischen Hochschule Journalismus und Public Relations studiert. Mit der Arbeit "Qualitätsgarantie für Logo-Design?" hat sie 2012 den akademischen Grad Bachelor of Arts erlangt. Die Arbeit wurde zudem am Institut für Journalismus und Public Relations als beste des Jahrgangs mit dem Studienpreis der Westfälischen Hochschule gewürdigt.

 

Im Herbst 2016 hat Felicitas Knapp an der Hochschule der Medien in Stuttgart das Masterstudium "Elektronische Medien" mit Schwerpunkt Unternehmens-kommunikation abgeschlossen. Dort hat sie sich insbesondere mit Branding und Designkommunikation beschäftigt. Im Rahmen ihrer Master-Thesis befasste sie sich mit dem Thema Corporate Publishing und erarbeitete einen Magazin-Relaunch.